Singen ist ein Balanceakt…
es bedeutet Achtsamkeit in Bezug auf Körpertonus, emotionale Gestimmtheit und Zugang zu meinem Selbst.
Die meiste Zuwendung braucht am Anfang das Innenleben, das sich gern der Beobachtung entzieht, dann quasi als Widerstand auf der Stimme hockt und einer Öffnung im Wege stehen kann. Es geht darum die Stimme dahin zurückzuholen, wo sie einmal ganz unverfälscht zum unmittelbaren Ausdruck bereit war. Wie fühlt sich mein Vokaltrakt (der Raum von den äußeren Lippen bis zu den Stimmlippen) an, wenn ich z.B. absichtslos lalle? Für viele hat das nichts mit singen zu tun, doch steckt darin bereits die Anlage zu einem mühelosen Klang.
Ein geschultes Ohr hört in einem noch so feinen leisen Ton, wohin sich dieser bewegen möchte.
Es mag sein, dass es nur eine kleine Anzahl von Tönen ist, die sich frei anfühlen. Genau dort lohnt es sich zu verweilen und innerhalb des Klangs die Verbindung zum hellen und zum dunklen Teil der Stimme zu ermöglichen.
Ist der Körper einigermaßen durchlässig geworden (Körpertechniken ermöglichen den bewussten Zugang zum eigenen Körper) können wir uns mit Klang durchfluten und ihm erlauben, jede Zelle zu erfassen. Je durchlässiger der Ton, desto mehr Brillanz (Obertonreichtum) umspielt ihn – er gewinnt an Freiheit.
Die hohen Frequenzen, die unsere Hirnrinde bis zu 80% mit Energie versorgen, und darüber den Körpertonus regulieren, wie der Arzt und Forscher Alfred Tomatis herausgefunden hat, sind verantwortlich für eine beglückende Aufrichtung, Zuwachs von Energie und Stimmigkeit und die Anbindung an unseren feinstofflichen Körper. Die so gewonnene Freiheit des Klangs ist heilkräftig.